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Rakotule

Geschichte

Rakotule ist der gemeinsame Name für mehrere kleine Dörfer und Weiler in der  heutigen Gemeinde Karojba, nördlich von der Straße, die aus Karojba nach Višnjan führt: Konobari, Kramari, Kuzmi, Martinel, Milići, Močitad, Nadalini, Pahovići, Pupičići, Radoslavi, Rapki und Špinovci. Špinovci ist der einzige Weiler, der nicht zur Pfarre des Hl. Rochus gehört, sonder zur Pfarre St.Vitale. Das  Zentrum der Pfarre ist die gleichnamige Kirche, deren harmonischen steinernen Turm  von der Hauptstraße nach Rakotule sehen kann.

Rakotule wurde zum ersten Mal in der 13. Jahrhundert erwähnt. Der italienische Namen Racotole di Montona, verrät uns enge Verbundenheitmit benachbarten Motovun, das hier mit mehr Ortschaften auf der Hand sehen kann. Diese Verbindungen führen in die Vergangenheit zurück, als die Motovuner Adelsfamilie hier ihre Besitztümer hatten: Dolzan, Pramperga (oder Pamperga) Polesine und Barbo. Rakotula hatte auch Motovuner Kapitel und einem Maximum von ihrem Einkommen hatten sie vom Wald an den Hängen des Baches Krvar. Holzmaterial wurde entlang des ruhigen Flusses bis zum Meer und nach Venedig transportiert und wurde in den Bau von Schiffen mächtige venezianische Flotte verwendet, die an der Adria dominierte.

Pfarrkirche Hl. Rochus

Rakotule wurde zum ersten mal im Jahre 1580 als Pfarre erwähnt und aus dieser Zeit stammte wahrscheinlich auch die Kirche. Es war eine Zeit der häufigen Epidemien von Pest und Cholera in Istrien, so war es keine Überraschung, dass die Einwohner von Rakotule Hl. Rochus als Schirmherr gegen Krankheit und als Patron von ihrer Pfarre nahmen. Seitdem wurde die Kirche oft vergrößert und angebaut, eine neue Fassade aus Stein aus Močitada gebaut stammt aus dem Mauer der alten Sakristei wurde die Nische aus Stein eingebaut, mit Reliefdarstellungen und mit der Inschrift aus dem 1560 eingerichtet. Das bedeutet, dass die Kirche noch älter ist. Dies wird durch bestätigt noch immer sichtbarer Bogen der romanischen Apsis.

Diese ursprüngliche Kirche wurde mit Fresken geschmückt ein Fragment wurde während der Arbeit im Inneren der Kirche 1958 Jahre entdeckt und zusammen mit einer Mörtelschicht auf Leinwand übertragen und befestigt. Jetzt befindet es sich in Porec, im Bischofsmuseum. Neben der Kirche wurde 1850 ein 22-Meter hoher Turm errichtet.

St. Nikolaus Kirche

St.-Nikolaus-Kirche befindet sich auf dem örtlichen Friedhof, entfernt etwa einen Kilometer von der Kirche in der Richtung Nordwest. Die Unterkunft der alten Kirchen in der Landschaft, von einer Steinmauer in der Gesellschaft von Zypressen umgeben, mit einem weiten Blick über das weite Tal des Flusses Mirna kann kann uns nicht gleichgültig lassen. Im XIV. Jahrhundert gebaut, im fünfzehnten Jahrhundert wurde am Vorderteil verlängert. Beide Phasen der Konstruktion sind durch ein steinernes Wappen der Adelsfamilien Barbo mit erhobenem Löwe und diagonalen Balken markiert.

Diese breite aristokratische Familie hatte viele Besitzungen in Istrien und gab viele geistlichere Würdenträger, Kapitäne und einen Papst - Paolo II (1446). Es ist kein Wunder, dass für die Malerei des Inneren einer kleinen ländlichen Kirche in ihrem Besitz die Spitzenmaler seiner Zeit zu engagieren konnten. Die Experten haben geschätzt, dass es wahrscheinlich um zwei italienische Maler geht, die unter dem Einfluss Giotto geschaffen haben. Erhaltene Fresken zeigen Maiestas Domini (Christus auf dem Thron), und Szenen aus der Legende des Hl. Nikolaus: Geburt des Heiligen, Hl. Nikolaus stürzt Artemis Baum und Goldene Legende. Die Legende beschreibt die Güte des Heiligen, der einem armen Edelmann drei Nächte durch das Fenster Säckchen mit Goldmünzen warf, um seine Töchter eine würdige Mitgift zu versichern stemmte im gemalten Mörtel Grafit mit folgendem Inhalt Daj meni niki so(l)din, Miko, tako ti Boga Gib mir ein Münzchen, Miko, um Gottes Willen!

Um die Kirche besuchen, kontaktieren Sie bitte Frau Olga Mocibob im Dorf Kramari 15 (Tel. +385 (0) 52 683 153).

 

Die Kirche Hl. Magdalene (Hl. Blasius)

Sie befindet sich im Dorf Pahovići (Konobari), und wurde auch im XII Jahrhundert erbaut, aber später mehrmals umgebaut und der Hl. Maria von Karmel gewidmet. Großgrundbesitzer Raguzzi aus dem umliegenden Vižinada (stammte aus Dubrovnik), der um Kirchlein seine Grundbesitze hatte, ließ die Kirche 1770 völlig neu zu ordnen, und befahl ihr einen neuen Patron – Hl. Blasius. Im Laufe der Zeit wurde die Feier von diesem Heiligen die größte jährliche Feier in Rakotule, und jetzt veranstaltet man jedes Jahr im Februar, am Tag des Hl. Blasius, die Ausstellungen von Wein, Honig und hausgemachtes Brot.

 

Don Luka Kirac

(Medulin, 1860 - Rakotule, 1931) Priest, Nationalorientierter, Amateur-Historiker, unermüdlichen Forscher der istrischen Geschichte und ein Kämpfer für den kleinen Mann, Don Luka Kirac war Dorn im Auge der österreichischen und späteren der italienischen faschistischen Regierung, er musste seine Geburtpfarre Medulin verlassen, und nach Jahren der Verbannung wurde in Rakotule (vertrieben) versetzt, wo er die letzten zehn Jahre seines Lebens wie ein Pfarrer verbrachte.

Hier beendete er seine Kurzgeschichten der Geschichte von Istrien (1928), in denen er sich mit der tendenziösen irredentistischen Interpretation der Geschichte von Istrien abgerechnet hat, die die Tatsachen verschweigt und ignoriert, die auf den tief verwurzelten Slawen im diesen Raum verweisen. Don Luka entdeckte etwa 1925 drei Wandmalereien in der Kirche Hl. Nikolaus. Über seine Verbundenheit mit der lokalen Bevölkerung viele Geschichten zwischen den Einheimischen, und am meisten erinnert man an Episode aus dem 1921, als die Einheimischen mit dem vereinbarten Zeichnen der Glocke vom Turm des Hl. Rochus bewaffneten Widerstand organisiert haben und sich mit der Waffe gegen den Versuch der Faschisten widersetzt haben um ihren Pfarrer zu retten aber auch seine Bücher, die die Faschisten verbrannten wollten.

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